Foto: Max Höllwarth

 11. Februar 2019 | 15.53 Uhr Wuppertaler Rundschau online

 

150. Geburtstag

 

Jetzt hat Else ein "blaues Klavier"

 

Wuppertal. "Ich habe zu Hause ein blaues Klavier", schrieb Else Lasker-Schüler in einem ihrer Gedichte. Auch Wuppertal hat ein Klavier, und zwar im Bahnhof im Döppersberg. Zur Feier des 150. Geburtstag der Wuppertaler Dichterin verkleidete Textilkünstlerin Renate Flohr das Klavier heute (11. Februar 2019) mit einer blauen Husse.

 

Von Hannah Florian

Die Idee dazu stammt von unserem Chefredakteur Hendrik Walder. "Warum eigentlich nicht…", hat er sich gedacht, und mit dieser verrückten Idee im Kopf Markus Blomberg von "Meine Stunde für Wuppertal" angerufen, der das Klavier betreut und aufgestellt hat.

"Ich war total begeistert", erzählt Markus Blomberg am Montagnachmittag im Bahnhof, während Renate Flohr und ihr Mann die Husse am Klavier verknoten. Nach kurzem hin und her, wie das Projekt "blaues Klavier" am besten umzusetzen wäre, rief Blomberg die Künstlerin an und fragte: "Renate, was können wir denn da machen?"

Flohr fuhr nach am selben Tag (das war vergangenen Mittwoch) zum Bahnhof am Döppersberg und nahm Maß. Innerhalb von fünf Tagen nähte sie die blaue Verkleidung und bügelte zusätzlich den Schriftzug "Für Else 150" auf. Dreieinhalb Meter Stoff verkleiden jetzt das Klavier.

Hier das Gedicht:

Mein blaues Klavier

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier

Und kenne doch keine Note.

Es steht im Dunkel der Kellertür,

Seitdem die Welt verrohte.

Es spielten Sternenhände vier –

Die Mondfrau sang im Boote.

– Nun tanzen die Ratten im Geklirr.

Zerbrochen ist die Klaviatur.

Ich beweine die blaue Tote.

Ach liebe Engel öffnet mir

– Ich aß vom bitteren Brote –

Mir lebend schon die Himmelstür,

Auch wider dem Verbote.

 

 
 

 Weser-Kurier 30.10.2014
 
 

Westdeutsche Zeitung: 27.02.2014 - Portrait
   
 

 

 

 

Les Nouvelles Mitgliederzeitschrift

der frz. Patchwork Gilde, Heft 117

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Patchwork Professional

Heft 02/2013

 

Mit der Ausstellung "Konzepte in Stoff - 22 textile Positionen" präsentiert die Kunststation Kleinsassen bis zum 20. Mai 2013 großformatige Quilt-Arbeiten

         Auf Tuchfühlung mit exquisiten Exponaten

         Von Klaus H. Orth

"Ein faszinierendes Spektrum zeitgenössischer großformatiger Quilt-Arbeiten präsentiert bis zum 20.Mai 2013 die Kunststation Kleinsassen. In ihren drei Hallen dürfen die Besucher der Ausstellung "Konzepte in Stoff-22 textile Positionen" auf Tuchfühlung mit exquisiten Exponaten gehen, die sich durch große künstlerische Gestaltungskraft auszeichnen und individuelle Handschriften tragen. Die Ausstellung ist im Kontext einer Aussschreibung des Vereins Quiltkunst e.V. entstanden. Dieser hat es sich seit seiner Gründung 1997 zum Ziel gesetzt, die textile Technik des Quiltens für den Bereich der eigenen künstlerischen Gestaltung zu öffnen. Vorgabe der Ausschreibung war es, Konzepte für großformatige textile Arbeiten von mindestens drei Quadratmetern Größe zu erstellen. Eine fachkundige Jury wählte aus den eingereichten 56 Bewerbungen 22 Künstlerinnen aus, die ihre Konzepte für die Ausstellung realisierten. Ihre 22 textilen Positionen stellen sie nun im Rahmen der sehenswerten Präsentation zur Diskussion.

Die Kunststation Kleinsassen als erste Station der Schau ist ideal, bietet sie doch genügend Raum für die Vielzahl großformatiger Exponate, die ihre Aura frei entfalten und so die individuellen künstlerischen Aussagen artikulieren können. Der Betrachter kann sich den Arbeiten in Ruhe widmen, ihnen ganz nahe kommen, um Details zu ergründen, oder auch drei, vier Meter zurücktreten, um aus der Distanz die Gesamtwirkung zu erfahren. Das ambitionierte Projekt bietet der zeitgenössischen textilen Kunst ein perfektes Forum, die sich mehr und mehr neuen Dimensionen öffnet, sich in die Bereiche Installation und Skulptur vorwagt oder Fundstücke und neue Materialien integriert.

... Verspielt dagegen wirken "Summer", "Late Summer" und "Indian Summer" von Renate Flohr, die poetisch Naturempfindungen einfangen: Vertikale Streifen im Hintergrund symbolisieren den fortschreitenden Lauf der Jahreszeit, während im Vordergrund organisch anmutende Konturen in kräftigen Farben ineinander greifen, Assoziationen wecken an das Spiel von Blättern im Wind.

... Wer die Ausstellung "Konzepte in Stoff - 22 textile Positionen" besucht, der sollte sich Zeit lassen für einen intensiven Dialog mit den Exponaten. Einblick in die einzelnen Exponate und die dahinter stehende Konzepte bietet der zur Ausstellung erschienene Katalog..."                      

 

Westdeutsche Zeitung vom 31.10.2011

 

          

 

  

 

   

 

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